Februar {12tel Blick}

enim enim: 12tel Blick im Februar, Hamburg
Februar: Verkleidungspartys sind mir in Erinnerung und einmal schulfrei, weil es Eisregen gab.
Februar ist für mich mehr der Monat, der abgehakt wird, damit es endlich Frühling werden kann. Letztes Jahr war im Februar noch richtig Winter. Dieses Jahr hängen fast die ganze Zeit dicke Wolken am Himmel, die sich regelmäßig über morgentliche Radfahrer/innen ergießen.
Alles ist bereit für den nahenden Frühling. Die Vögel sind für diese Jahreszeit übermäßig aktiv, im Wald ist es weniger still.
Seit zwei Tagen sorgt die Sonne für Abwechslung.

Mein Foto habe ich aber schon letzte Woche bei leichtem Regen aufgenommen. Ich musste mich dafür mit dem Rad durch nasses Unterholz schleichen, weil sich die Stadt überlegt hat, dass es am Weiher etwas natürlicher zugehen soll und deshalb den Weg um das Wasser abgesperrt hat. Jetzt wird dort der Übergang vom Bach zum Weiher verbreitert. Meine Fotografier-Bank steht direkt vor einem Bauwagen und ich war froh, einen Tag gefunden zu haben, an dem kein Arbeiter mich zurechtweisen konnte, dass der Zutritt zur Baustelle verboten ist.

Tabea Heinicker sammelt im Februar wieder alle 12tel Blicke ein.

Moodboard Februar {biwyfi}

enim enim: Moodboard Februar, weiß

Eingesperrte Einsamkeit. Frostig verharrend. Blick gen Himmel. Wachsen. Kristallklare Gedanken. Sonnenbestrahlt.

Sachliche Linien ziehen sich auf der Suche nach Stille durch den wolkenverhangenen Februar. Das eingefangene Weiß wird zu Austerngrau auf einer kleinen Insel im tobenden Ozean. Einige Sonnenmomente bringen frostiges Weiß zum Strahlen wie funkelnde Diamanten. Dann beruhigen Licht und Luft die meeresschäumenden Gedanken wie ein Löffel geschlagener Sahne mit einem kräftigen Espresso zu bittersüßer Schokolade.

Februar-Moodboards, gesammelt bei Nic.

Wilde Weiden, II.

enim enim: Hamburg Höltigbaum Wilde Weiden

Die Betonplatten, die sich quer durch die Wilden Weiden Höltigbaums ziehen, haben mich zu einigen Vermutungen veranlasst. Sie erinnerten mich an das, was ich im Geschichtsunterricht oder bei Phoenix in Dauerschleife über den Zweiten Weltkrieg gelernt habe.
Tatsächlich wurde das Gebiet bis in die frühen 90er Jahre militärisch genutzt und zwar fast ein ganzes Jahrhundert lang. Die Betonplatten sind ehemalige Panzerstraßen. Mit dem Rad fährt es sich ziemlich geschmeidig darüber. Sonst erinnert eigentlich nicht viel an die frühere Nutzung, immerhin gedeiht Flora und Fauna seit mittlerweile mehr als 20 Jahren relativ ungestört. Die Weidetiere wie Schafe und Rinder grasen friedlich und sorgen dafür, dass es nicht allzu stark wuchert.
Den Platz oben auf dem ersten Bild mag ich besonders gern und ich male mir aus, wie hier bunte Feste gefeiert werden könnten mit der Familie oder dass ich mit einer Decke und einem guten Buch bewaffnet dort stille Sommerstunden genieße.
Nun, bis zum Sommer kann ich noch ein wenig weiter träumen.

Wilde Weiden, I.

enim enim. Hamburg Höltigbaumenim enim: Hamburg Höltigbaum 2
enim enim: Hamburg Höltigbaum 3

Der frühere Schlagbaum auf der Landstraße zwischen Hamburg und Lübeck ist der Namensgeber für das nahegelegene Naturschutzgebiet Höltigbaum (abgeleitet von Haltebaum).
Manchmal fahre ich mit dem Rad durch das große Gebiet und genieße vor allen Dingen, dass sich dort nur wenige Menschen tümmeln. Je weiter ich mich über die Feldwege in diese Weidelandschaft hinein begebe, desto mehr vergesse ich Zeit und Ort. Im Sommer kann ich mich stundenlang dort aufhalten und immer wieder neue kleine Feldwege entdecken, während mich wohltuender Vogelgesang begleitet. Irgendwann ist Schleswig-Holstein erreicht und dort befinden sich viele kleine Dörfer, von denen ich zuweilen denke, dass sie noch viel ursprünglicher leben als die Leute aus dem so nahe gelegenen Hamburg. Natürlich ist das ein Trugschluß, bei genauerem Hinsehen ist einzig die umgebende Natur das, was sich ursprünglich nennen kann. Aber es wirkt beschaulich, besonders wenn der Specht über meinem Kopf sich gar nicht stören lässt, dass ich ihm ganz nah bin und gespannt beobachte, wie er sein Loch in den Baumstamm hämmert.
Vorige Woche an einem ziemlich wolkigen Tag mit ein klein bißchen Sonne ist mir aber kein größeres Tier begegnet, auch die braven Weiderinder blieben unentdeckt. Aber die sind sowieso eher zurückhaltend und oft zeugen nur ihre Hinterlassenschaften von ihrer Anwesenheit. Es kann aber passieren, dass ganz plötzlich eines auftaucht, dass kurz zuvor unauffällig im Schatten eines Baumes graste. Einmal war ich richtig erschrocken und habe mich ruhig, aber recht zügig aus dem Staub gemacht. Das Rind schaute nur und kaute genüßlich weiter.

In Wilde Weiden, II. gibt es hier auf dem Blog morgen noch ein paar mehr Eindrücke zu entdecken. Stay tuned…

eisig {biwyfi}

enim enim: eisig, Textur {biwyfi}

Rau. Eisig. Weiß. Holzbank auf Höltigbaum, Hamburg.

Das Monatsmotto bei Luzia Pimpinella für den Februar heißt: eisig.
Ich musste ein paar Tage warten, um außerhalb des Eisschranks etwas Weißes, Kaltes zu finden. Heute war ich bei Sonnenschein mit dem Rad unterwegs, denn ich habe einen stillen Ort gesucht, um zurück zur Mitte zu finden. Im Naturschutzgebiet Stellmoorer Tunneltal begegnete ich nur wenigen Menschen und ich genoß die Stille außerhalb des Großstadtverkehrs, die nur durch das Gezwitscher einiger eifriger Vögel unterbrochen wurde.
Ich nahm mir genug Zeit, um an einem Platz mit großen in den Boden eingelassenen Betonplatten die Landschaft auf mich einwirken zu lassen. Die Sonne wärmte mein Gemüt, das für mich unbegreifbar intensiv erschüttert wurde, als ich vor einigen Tagen von der kleinen Jennifer aus Kalifornien erfuhr. Die süße Jennifer starb am 12. Februar an einem bösartigen Gehirntumor und es tut mir so leid. Es tut mir leid und der beklemmende Schmerz, der durch den Körper zieht, wenn ich an sie und ihre Familie denke, nimmt mir jedes Mal die Luft zum Atmen. Es tut mir leid, und es schmerzt mich, dass ich vielleicht schon bald aufhöre, an sie zu denken und mein Leben alhamduliLLAH weitergeht, während es für Jennifers Familie nie aufhören wird, weh zu tun. Aber ich hoffe, es wird besser. Wird es.

Fensterweiß {biwyfi}

Irgendwann einmal wollte ich Architektur studieren und als dieses Thema in der Schule aktuell war, habe ich akribisch die Architekturzeitschriften meines Vaters durchgesehen und mir ein Dachstudio mit wunderbarem Blick nach draußen ausgesucht, um es abzuzeichnen.

Ich habe eine Schwäche für schöne Fensterblicke, vermutlich weil ich mir für mein Zimmer immer einen solchen gewünscht habe anstelle der zwei Luken, die nicht allzu viel Licht hineinließen.
Seit meiner Kindheit liebe ich deshalb große helle Fenster, die den Blick und die Gedanken schweifen lassen. Mein Lieblingsweiß heißt also Fensterweiß.

enim enim: weiss | biwyfi

Mein Beitrag zu Nics Fotoprojekt “Beauty is where you find it” ist ein Treppenaufgang im UKE. Diese Woche lief ich dort hinauf und war durch die Atmosphäre berührt. Angezogen und gleichzeitig eingeschüchtert durch die weißen Kacheln an den Wänden, aber auf jeden Fall einen zweiten Blick wert. Dieser zweite Blick von oben nach unten zeigt mehr von dem schönen Fenster und weniger von den wenig heimeligen gefliesten Wänden. Mein Lieblingsweiß im Fokus.

Mehr Weiß gibt es bei Luzia Pimpinella.