Er macht sich auf den Weg. Der Winter ist in den letzten Zügen. Ihn zieht es weiter. Mach´s gut. Wir freuen uns schon auf deine ersten zarten weißen Flocken, wenn du wieder zurück bist – am Ende des Jahres.
Willkommen, Frühling.
… und nur wenige Tage liegen zwischen den Bildern aus meiner alten Heimat und den Bildern einer bezaubernden Winterlandschaft.
Kleinstadt-Leben ist so anders, so viel einfacher als ein Leben im Großstadt-Dschungel. Genau das war es aber, was mich vor über 15 Jahren ausziehen ließ in die große weite Welt und genau das ist es auch, was ich jetzt vermisse. AlhamduliLLAh kann ich mir jetzt nach 13 Jahren ab und zu dort eine Pause gönnen, wo ich aufgewachsen bin. Ein bißchen schwierig war es beim ersten Besuch, der mittlerweile dritte gestaltete sich schon viel entspannter.
Ich glaube, dass es auf beiden Seiten größere Wunden gibt, um die wir jedoch vorsichtig herumgehen, sie gar nicht antasten und als einfache Leute, die sich nicht ganz so wichtig nehmen, wie es in ländlicheren Gebieten oft der Fall ist, kommen wir damit auch ganz gut zurecht.
Jetzt geht es um die Kinder, die Enkel, die Cousinen. Ich bin so glücklich, dass wir noch die Kurve gekriegt haben, solange sie noch Interesse an Oma und Opa haben.
Ein bißchen Sehnsucht erfüllen, das fühlt sich gut an. Und genießen, was gerade gegeben ist, ob Kleinstadt-Idylle oder den verschneiten Park in der Großstadt. Das sich immer wieder wandelnde Leben ist erschreckend kurz, eigentlich sollte keine Zeit bleiben für Dinge, die keinem gut tun.
Über Tabea Heinicker´s Fotoprojekt hatte ich neulich schon geschrieben und bereits zweimal (hier und hier) mein Motiv vorgestellt. Zum ersten Projekttreffen gibt es den Blick auf den See noch einmal mit Schnee.
Zum Vergleich dazu die ersten beiden Aufnahmen etwa eine Woche zuvor:
Ich werde außerdem auch noch das folgende Motiv im Auge behalten:
Hier ist das Motiv einige Tage zuvor:
Mehr spannende 12tel Blicke gibt es beim Klick hier auf das Projektbild.
Ich weiß es schon:
Immer nach der tiefsten Dunkelheit kommt das Licht. Ich weiß es und bin trotzdem jedemal überrascht.
Gerade gestern war alles noch grau, grau in seiner trübseligsten Art, war doch in diesem Januar noch nicht einmal Sonnenschein zu sehen gewesen. Seit Tagen, genau seit der Rückkehr aus meinem Elternhaus, kämpfe ich mit mir und meinen Gedanken, meinen Gefühlen und meinem Leben. Eigentlich begleiten mich diese Gedanken seit Monaten und sogar noch länger, aber in den letzten Wochen mit ständig grauem Himmel und nach den intensiveren Momenten im Familienkreis nach sehr langer Abwesenheit und der Erkenntnis, dass die Zeit deutliche Spuren hinterlässt, war es kaum noch zu ertragen.
So ist es mit dem Leben, es zieht weiter und entsteht immer wieder neu. Es ist schwer und es ist leicht. Alles unterliegt einem stetigem Wandel. Sonne und Regen, Melancholie und Freude, Glück und Leid, Kälte und Wärme, Anfang und Ende und wieder von vorn.
Und heute ist sie wieder zu sehen, die strahlende Sonne, die lang ersehnte.
Ich konnte nicht anders, als wieder meinen Platz im Park zu besuchen. Ich musste wissen, wie mein Motiv vom 12tel Blick im Sonnenschein wirkt.
Gestern hatte ich in der grauen Suppe wirklich Mühe, Hoffnung zu finden, jeder Blick auf den See schien drückend, beengend, langweilig. Und heute? Heute war schon der erste Blick von weitem umwerfend schön. Glitzernde kleine Wellenbewegungen von den Enten, blauer Himmel und eine spiegelnde Sonne. Winter in seiner schönsten Form. Fast wie bei Vivaldi, nur ein bißchen weniger dramatisch.
In meinem Mikrokosmos ist alles in Ordnung.
Schon praktisch, ich muss nur so weit sehen, wie ich will. Wenn es zu weit geht und ich seh etwas, was mir nicht gefällt, kann ich einfach meine Schotten dicht machen. Schon ist wieder alles im Lot.
Das Problem ist nur, dass ständig neue Geschichten vor meinem Auge auftauchen und je mehr ich zu verdrängen versuche, desto hartnäckiger sind die Bilder.
Ich fühle mich so zwiegespalten. Schuldig. Hilflos.
Leben ist manchmal ganz schön schwer. Überall Leiden, Trauer, Krieg und Tod. Verzweifelte Menschen und mir geht es gut. Dem Einzigen Gott sei Dank. Ich muss etwas abgeben und weiß nicht wie und wo. Habe ich meine Chance und wenn sie kommt, werde ich sie ergreifen?
Auch wenn es überall brennt, das Leben geht weiter und ich bin hier und muss tun, was ich tun muss.
Und ich darf mich an manchen Dingen freuen. So wie es Menschen überall tun. Sogar im größten Elend lässt sich das Lächeln eines Kindes entdecken. Das ist unglaublich, unvorstellbar. Aber wirklich.
In meiner Religion heißt es, dass, wenn der Jüngste Tag kommt und eine Person gerade eine Blume pflanzt, dann soll sie diese Aufgabe beenden. Obwohl sich gleich die ganze Erde dreht und alles vorüber sein wird. Und das lässt mich mich wieder an die Freude erinnern. Und ein bißchen genießen. Wie die schöne Blume am Tag der Auferstehung.
Ich mach weiter, jeden Tag ein Stück und versuche, mein Herz nicht an unwichtige Dinge zu hängen. Ich versuche, dankbar zu sein und mein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und ich hoffe, meine Chancen zu erkennen und zu nutzen.
Ich bin auf dem Weg und ich erfreue mich an der Schönheit der Schöpfung.
So war ich diese Tage auf der Suche nach einem Motiv für den 12tel Blick, den Tabea Heinicker initiiert hat. Meinem ganz besonderem Fleckchen Erde, in der ich nicht die Enge der Stadt, sondern Licht, Luft und Weite spüre. Ein Platz zum Durchatmen und Kräfte sammeln. Ich bin gespannt, wie er sich verändern wird im Laufe des Jahres, obwohl ich das schon ein bißchen weiß von meinen Radtouren aus dem letzten Jahr. Aber diese monatlichen intensiveren Besuche werden meinen Blick schärfen und mich noch Neues entdecken lassen. Ich freue mich auf diese kleine Reise.
Gesehen und verliebt.
In der aktuellen Rebecca ist eine zweifarbige Mütze in Grün und Grau, die ich bildschön finde. Nachdem ich die Anleitung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass ich das auch hinbekommen müsste.
Einen Rest grauer und einen Rest rosa Wolle auf den Knien schlug ich die ersten Maschen an. Mein Garn war etwas zu dünn, aber kein Problem, ich strickte mit dünneren Nadeln und einfach knapp doppelt so viele Maschen dazu.
Den rosa Faden nahm ich doppelt, den grauen einfach, und nach dem Bündchen kam ich recht zügig zu der ersten Patentrunde. Dann zur zweiten und schließlich zur dritten und so langsam ließ sich auch das Muster erkennen. Die vierte Runde gelang auch noch – bis zum Übergang zur fünften Reihe, da kam ich doch ins Straucheln.
Ich versuchte, die Maschen wieder ordentlich auf die Reihe zu bekommen, indem ich etwas zurückstrickte, dann wieder vor, dann wieder zurück und dann kam ich doch nicht umhin, alles wieder aufzuribbeln.
2. Versuch: Um es kurz zu machen – es lief wie beim ersten Mal und auch das dritte Mal mit dieser Anleitung und meinem Restegarn ging nicht so recht.
Wahrscheinlich hätte ich jetzt aufgegeben, wenn die Mütze eine Strickjacke oder ein langer Schal gewesen wäre, aber eine Mütze ist einfach viel schneller gestrickt und die Ausdauer wird eher belohnt.
Deshalb machte ich mich für einen weiteren Versuch auf den Weg ins nächste Wollgeschäft, um erstmal wirklich passende Wolle zu finden. Gleich in der Auslage wurde ich fündig: wunderschönes, dickes Merinogarn mit einem Hauch Lurex von Lana Grossa (Lana Grossa Alta Moda Sera). Perfekt für diese Mütze und voller Vorfreude ging es nach Hause.
Bei Nadelspiel fand ich ein hilfreiches Video für zweifarbiges Patent und irgendwie lief es dann auch mit mir und der Anleitung ganz rund.


Die Patentmütze ist wirklich fertig geworden und sie ist herrlich dehnbar, von zwei Seiten tragbar, wärmt gut und glitzert mädchenhaft bei Lampenlicht, am Tag aber nur ganz dezent, so dass es mit dem bißchen Blingbling noch gut zu einer blauen sportlichen Jacke passt. Mein jüngstes Tochterkind mag die Mütze richtig gern und weil ich die Wolle so schön finde, wollte ich mit dem Rest der zwei Knäuel noch etwas für den Hals stricken.

Ich habe mich für ein Halstuch entschieden, dass von unten nach oben gestrickt wird, die Anleitung für ein solches Tuch gab es mal in einer Landlust. Meine Notizen dazu könnt ihr bei Ravelry finden.

Ich habe die Wolle bis auf den letzten Rest aufgebraucht. Das wunderbare an solchen von unten gestrickten Tüchern ist, dass man einfach aufhören kann, wenn das Garn zuende ist. Nach 50 Reihen war das bei mir der Fall, aber die Größe passt perfekt um meinen Hals oder den meiner Kleinen mit einem doppelten Knoten.
P.S.: Bei meiner Zahnärztin brachte diese Mütze ein sehr lebhaftes Gespräch über Patentmuster zugange, auch darüber, dass man die Praxisräume an Wochenenden für Stricktreffen nutzen könne – ich habe in einem Wartezimmer noch nie soviel geredet wie an diesem Tag. Die Sprechstundenhilfe präsentierte dann auch voller Stolz ihre selbst gehäkelten Mützen à la myboshi auf dem Smartphone und eine andere Patientin strickte währenddessen an einem dicken Loop für ihren Sohn weiter.
Am erstaunlichsten fand ich, dass so viele Frauen stricken oder häkeln, von denen ich das gar nicht gedacht hätte – sogar die Zahnärztin selbst bestrickt liebevoll ihre beiden Enkelkinder!
Es wäre doch schön, wenn davon mehr in der Öffentlichkeit gezeigt würde.
Zwischenstand. Fertig. Statt zweiter Mütze noch einen Unendlich-Schal dazu in Angriff genommen. Die Wolle aufgebraucht. Schal (noch längst) nicht fertig. Auf Wollnachschubsuche. Und passender Farbe.


Anleitung für den Schal über diesen Pin bei premier yarns.
Anleitung für die Mütze über diesen Pin bei Rheatheylia.
Meinen Späteinsteiger-Erstbeitrag zum Cap-Craft-Along von Miss Margerite findet ihr ->hier.
Wunderschöne Inspirationen und Kreationen findet ihr bei den anderen Teilnehmerinnen, die sich in der Linkliste hier versammelt haben.