Gesehen und verliebt.
In der aktuellen Rebecca ist eine zweifarbige Mütze in Grün und Grau, die ich bildschön finde. Nachdem ich die Anleitung gelesen hatte, war ich überzeugt, dass ich das auch hinbekommen müsste.
Einen Rest grauer und einen Rest rosa Wolle auf den Knien schlug ich die ersten Maschen an. Mein Garn war etwas zu dünn, aber kein Problem, ich strickte mit dünneren Nadeln und einfach knapp doppelt so viele Maschen dazu.
Den rosa Faden nahm ich doppelt, den grauen einfach, und nach dem Bündchen kam ich recht zügig zu der ersten Patentrunde. Dann zur zweiten und schließlich zur dritten und so langsam ließ sich auch das Muster erkennen. Die vierte Runde gelang auch noch – bis zum Übergang zur fünften Reihe, da kam ich doch ins Straucheln.
Ich versuchte, die Maschen wieder ordentlich auf die Reihe zu bekommen, indem ich etwas zurückstrickte, dann wieder vor, dann wieder zurück und dann kam ich doch nicht umhin, alles wieder aufzuribbeln.
2. Versuch: Um es kurz zu machen – es lief wie beim ersten Mal und auch das dritte Mal mit dieser Anleitung und meinem Restegarn ging nicht so recht.
Wahrscheinlich hätte ich jetzt aufgegeben, wenn die Mütze eine Strickjacke oder ein langer Schal gewesen wäre, aber eine Mütze ist einfach viel schneller gestrickt und die Ausdauer wird eher belohnt.
Deshalb machte ich mich für einen weiteren Versuch auf den Weg ins nächste Wollgeschäft, um erstmal wirklich passende Wolle zu finden. Gleich in der Auslage wurde ich fündig: wunderschönes, dickes Merinogarn mit einem Hauch Lurex von Lana Grossa (Lana Grossa Alta Moda Sera). Perfekt für diese Mütze und voller Vorfreude ging es nach Hause.
Bei Nadelspiel fand ich ein hilfreiches Video für zweifarbiges Patent und irgendwie lief es dann auch mit mir und der Anleitung ganz rund.


Die Patentmütze ist wirklich fertig geworden und sie ist herrlich dehnbar, von zwei Seiten tragbar, wärmt gut und glitzert mädchenhaft bei Lampenlicht, am Tag aber nur ganz dezent, so dass es mit dem bißchen Blingbling noch gut zu einer blauen sportlichen Jacke passt. Mein jüngstes Tochterkind mag die Mütze richtig gern und weil ich die Wolle so schön finde, wollte ich mit dem Rest der zwei Knäuel noch etwas für den Hals stricken.

Ich habe mich für ein Halstuch entschieden, dass von unten nach oben gestrickt wird, die Anleitung für ein solches Tuch gab es mal in einer Landlust. Meine Notizen dazu könnt ihr bei Ravelry finden.

Ich habe die Wolle bis auf den letzten Rest aufgebraucht. Das wunderbare an solchen von unten gestrickten Tüchern ist, dass man einfach aufhören kann, wenn das Garn zuende ist. Nach 50 Reihen war das bei mir der Fall, aber die Größe passt perfekt um meinen Hals oder den meiner Kleinen mit einem doppelten Knoten.
P.S.: Bei meiner Zahnärztin brachte diese Mütze ein sehr lebhaftes Gespräch über Patentmuster zugange, auch darüber, dass man die Praxisräume an Wochenenden für Stricktreffen nutzen könne – ich habe in einem Wartezimmer noch nie soviel geredet wie an diesem Tag. Die Sprechstundenhilfe präsentierte dann auch voller Stolz ihre selbst gehäkelten Mützen à la myboshi auf dem Smartphone und eine andere Patientin strickte währenddessen an einem dicken Loop für ihren Sohn weiter.
Am erstaunlichsten fand ich, dass so viele Frauen stricken oder häkeln, von denen ich das gar nicht gedacht hätte – sogar die Zahnärztin selbst bestrickt liebevoll ihre beiden Enkelkinder!
Es wäre doch schön, wenn davon mehr in der Öffentlichkeit gezeigt würde.






